plus minus gleich
Der TrägerverBUNT (kurz tvBUNT) ist ein Initiativkreis im Landkreis Bautzen, der sich zusammensetzt aus VertreterInnen von Freien Trägern der Jugendhilfe, Jugendclubs, Jugendverbänden, Netzwerken, Vereinen etc. Die AkteurInnen eint die Sorge um den wachsenden Einfluss von rechtsextremistischen Gedanken und Handlungsweisen vor allem - aber nicht nur - bei Jugendlichen. Die AkteurInnen im tvBUNT wollen durch ihre Arbeit:
  • in vielfältiger Weise demokratische Kultur und Bildung fördern,
  • sich untereinander informieren und fortbilden
  • Projekte, Schulungen und Veranstaltungen im Themenspektrum "Demokratie vs. Rechtsextremismus" koordinieren und initiieren, sowie
  • rechtsextremistische Erscheinungsformen und Tendenzen zurückdrängen.
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Presse

60 Gäste beim Jugendtag in Bischofswerda

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Von Ina Riedel


Nur zögerlich kommen die jungen Leute zu den Workshops, organisiert vom Initiativkreis „trägerverBunt“ im Landkreis Bautzen. Sie müssen sich wohl erst daran gewöhnen, dass im Kulturhaus Bischofswerda etwas für sie abgeht. Für alle, die gekommen sind, hat sich der Weg gelohnt. So sieht das unter anderem Martin Berndt, der gleich von der Arbeit ins „Kulti“ musste. Er testet alle Workshops.

Andere Teilnehmer kommen mit ihren Betreuern von der mobilen Jugendarbeit aus Niedergurig, Wilthen oder Bautzen. Aufmerksam verfolgen die zwölf- bis 15-Jährigen aus Wilthen den Einführungskurs Graffiti. Harte Klänge produzieren die Kids aus Niedergurig und Umgebung mit ihrer Stimme beim Beatboxing. Die Bässe durchdringen alle Räume und animieren die Teilnehmer des Workshops nebenan, ihre Meinung lautstark mitzuteilen. André Bogutzki, Mitarbeiter der Kompetenzagentur Projekt Drehscheibe aus Bautzen, stellt spannende Fragen: Sollte man Abtreibung verbieten? Gibt es in Deutschland zu viele Ausländer?

Rockig geht es im Workshop von Sarah Blumenstingl zu. Die Reggae-Spezialistin ist in Fachkreisen als „Selecta Mama Rule“ bekannt und kennt sich mit Platten besonders gut aus. Die 30-jährige DJ-Frau lobt das Engagement der Organisatoren, die drei komplette Anlagen aufgebaut hatten. – Der Theater-Workshop der Tanz- und Theaterwerkstatt Wilthen wird nicht angenommen. Stimmen für Vielfalt, Toleranz und Demokratie erklingen beim Song-Contest mit sieben regionalen Bands unter Regie des Jugendhauses Neukirch und der Jugendkulturinitiative Bischofswerda. – 60 Besucher kamen zum Jugendkulturtag. „Wir hatten mehr erwartet“, resümiert Silke Nowotny, Leiterin der mobilen Jugendarbeit Bischofswerda. Froh sind die Organisatoren besonders über das Entgegenkommen des Kulturhausteams. „Ohne dessen Hilfe wäre die Veranstaltung nicht möglich gewesen“, sagt Silke Nowotny. Die „Best-of“ der Demokratie-Woche gibt es bei den Organisatoren auf CD.

 

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 24. Oktober 2008 um 11:09 Uhr
 

Mehr Courage im Alltag wagen

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Von Madeleine Siegl-Mickisch

Der Saal des Bautzener Burgtheaters war gestern Nachmittag gut gefüllt, doch auf dem Programm stand keine Vorstellung, sondern eine Fachkonferenz unter dem Titel „Vom Rand zur Mitte“. Eingeladen hatte der Initiativkreis „trägerverBunt“ im (Alt)-Landkreis Bautzen im Rahmen seiner ersten Woche der Demokratie.

Worüber wurde diskutiert?

Mitarbeiter von Jugendeinrichtungen, Institutionen und politisch Interessierte bekamen zunächst harte Tatsachen zu hören, als Katharina Rothe Ergebnisse einer im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung erarbeiteten Studie vorstellte (siehe Kasten). In vier Workshops ging es dann darum, Probleme aus dem eigenen täglichen Erleben zu benennen und Lösungsansätze zu suchen. „Ist Demokratie für Jugendliche zu anstrengend oder warum funktioniert der Jugendbeirat nicht?“, fragte beispielsweise André Bogutzki, Sozialarbeiter beim Berufsbildungszentrum Bautzen, stellvertretend für die Gruppe, die sich mit „Demokratie im Alltag“ beschäftigte. Dass es im ländlichen Raum Jugendclubs gibt, die sich durch rechtsextreme Gruppierungen bedroht fühlen, war eine Erkenntnis des zweiten Workshops. Ebenso, dass man sich mit anderen verbünden sollte, anstatt rechtsgerichteten Organisationen öffentliche Räume zu überlassen. Wie sich argumentieren lässt, wenn Vorurteile und Klischees in Bezug auf „die Ausländer“ geäußert werden, hatte die dritte Gruppe zusammen getragen. Und für das vierte Team mahnte Torsten Wiegel, Geschäftsführer des Bautzener Steinhauses: „Wir müssen redlich mit den eigenen Defiziten umgehen.“ So sprachen Teilnehmer ernste Probleme im Umgang von Deutschen und Sorben an, die sich auch in Angriffen auf Leute äußern, die in der Öffentlichkeit sorbisch sprechen.

Wie war die Resonanz?

Zum Kreis der bekannten Gesichter, die bei solchen Veranstaltungen üblicherweise anzutreffen sind, seien neue hinzugekommen, stellte Wiegel, der sich auch im „trägerverBunt“ engagiert, fest. Steffen Grundmann, der seit August Schulsozialarbeiter in Wilthen ist, waren es hingegen noch nicht genug: „Das Thema kommt bei der breiten Masse nicht an.“ Dabei seien die vorgestellten Ergebnisse der Studie beängstigend. Silke Nowotny von der Mobilen Jugendarbeit Bischofswerda hätte sich noch mehr Zeit für eine tiefgründigere Diskussion gewünscht.

Wie geht es jetzt weiter?

Er nehme konkrete Ideen für neue Projekte mit, so Torsten Wiegel. So werde man im „trägerverBunt“ diskutieren, wie der Austausch zwischen Deutschen und Sorben gefördert werden könnte. Und politische Bildung solle sich künftig nicht nur auf Jugendliche beschränken, sondern auch die Generation der Eltern erreichen. Steffen Grundmann will bei seiner Arbeit in Wilthen die Augen noch mehr offen halten und schon in der Grundschule Projekte anregen. Deshalb fand er die Messe im Rahmen der Konferenz gut, die einen Überblick über Initiativen zum Thema Toleranz und Demokratie gab. Die auch im Alltag mit Leben zu erfüllen, gab Moderator Stephan Kausch den Teilnehmern zum Abschluss mit auf den Weg.

Die Studie „Ein Blick in die Mitte“ gibt‘s unter www.fes.de/rechtsextremismus/inhalt/studie

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 24. Oktober 2008 um 11:10 Uhr
 

Mit Kultur und Konferenz für Toleranz und Vielfalt werben

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Was Demokratie bedeutet, wie sie funktioniert und wo man sich einbringen kann – darüber wollen junge Akteure in der nächsten Woche informieren.

Diesmal gibt es keinen aktuellen Auslöser von außen, wenn der „trägerverBunt“ – ein Initiativkreis von Jugendklubs, Vereinen und Trägern der Jugendarbeit – vom 6. bis 12.Oktober zur Woche der Demokratie einlädt. „Wir wollen nicht immer nur reagieren, wenn andere uns dazu zwingen, sondern auch mal agieren, wenn wir wollen“, sagt Matthias Klemm, der den „trägerverBunt“ koordiniert. Denn bisher gaben meist angekündigte Demonstrationen von Neonazis den Anstoß, mit gemeinsamen Aktionen für Toleranz, Demokratie und friedliches Miteinander einzustehen. So kamen 2006 und 2007 die Bürgerfeste „Bautzen ist bunt“ und „Bautzen bleibt bunt“ zu Stande. Nun wollen die Akteure ohne äußeren Zwang aktiv werden. „Es geht gar nicht so sehr darum, gegen etwas zu sein“, sagt Tilo Moritz vom Jugendhaus Neukirch, das sich auch im „trägerverBunt“ engagiert. Vielmehr soll beleuchtet werden, wie Demokratie funktioniert, wo man sich einbringen kann. So finden in der nächsten Woche zum Thema passende Projekttage statt, etwa an der Grundschule Königswartha, der Mittelschule Bautzen-Gesundbrunnen und dem Evangelischen Schulzentrum Gaußig.

Außerdem sollen Jugendliche erfahren, dass auch in der vermeintlichen Provinz etwas los ist oder sie selbst etwas los machen können, statt nur gelangweilt abzuhängen und sich dann vielleicht von rechten Parolen einfangen zu lassen. Einiges kann beim Jugendkulturtag am 10. Oktober in Bischofswerda ausprobiert werden. So gibt es ab 14 Uhr im Kulturhaus Workshops für DJs, Breakdancer, Skater, Graffiti-Sprayer. Abends stehen dann Musiker und andere junge Künstler auf der Bühne.

Festgehalten wird das samt gebündelten Informationen zu Angeboten und Ansprechpartnern quasi zum „Nachlesen“ auf einer CD. „Wir wollen sie bewusst Schulhof-CD nennen“, sagt Torsten Wiegel vom Bautzener Steinhaus in Anspielung auf ein gleichlautendes Machwerk aus der rechten Ecke, dass an sächsischen Schulen kursierte. „Aber rechtes Gedankengut ist bei weitem nicht nur ein Jugendproblem“, weiß DGB Ostsachsen-Chef Bernhard Sonntag. Und so gehört zur Woche der Demokratie auch eine Fachkonferenz unter dem Titel „Vom Rand zur Mitte“, die auf der Basis zweier Studien das Entstehen von rechtsextremen Einstellungen beleuchtet. Im Rahmen der Konferenz, die am 9. Oktober ab 14 Uhr im Bautzener Burgtheater stattfindet, gibt es ebenfalls Workshops. Außerdem stellen sich verschiedene Träger mit ihren Projekten vor, zum Beispiel „Gesicht zeigen“ oder „Schulen spielen die EM“. Angesprochen sind unter anderem Lehrer, Mitarbeiter in Kinder- und Jugendeinrichtungen, Kommunalpolitiker.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1956149

 

 

 

 
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